Hafengeschichten: Portoferraio auf Elba – Portoferraio: Mediterranean Love

  • Anlegeplatz für Luxusyachten
  • Geschmack des Südens
  • Napoleons Winterresidenz

Unter metallischem Quietschen und Knirschen legt die Fähre in Portoferraio an. Es ist ein heißer Sommer-Vormittag. Hinter der vierköpfigen Familie im bis unters Dach beladenen Passat Variant liegt eine anstrengende Nacht. Vollsperrung bei Modena nach einem Unfall – und danach große Hetze über die kurvenreiche Autobahn nach Piombino. Immer die Zeit im Nacken, schließlich will man die gebuchte Fähre noch erreichen.

Im geschäftigen Gewimmel des Hafens suchen die übernächtigten Neuankömmlinge erst einen Parkplatz und dann eine Bar. In den hungrigen Mäulern verschwinden süße Teilchen, Hörnchen und üppig mit sonnengereiften Tomaten,  Mozzarella und Rucola belegte Ciabatta-Brote. Dazu gibt es – zumindest für die Erwachsenen – Cappuccino. So schmeckt der Süden!

Im Laufe der kommenden beiden Wochen zieht es mich immer wieder an den quirligen Hafen Darsena. Die hufeisenförmige Kaianlage zu Füßen der Festung und der Villa Mulini, die Napoleon Bonaparte während seiner Verbannung als Winterresidenz nutzte, wird für mich zum Inbegriff Italiens. Hier ist der Espresso teurer als anderswo auf Elba, aber dafür schmeckt er mit Blick auf mondäne Yachten, die in einem der In-Häfen der Region angelegt haben, auch ganz besonders.

Auf dem Wasser bemüht sich der im Schlauchboot stehende Hafenmeister ganztägig und heftig gestikultierend, Luxuskähne mit goldglänzenden Klampen an die Kaimauer zu dirigieren. Ob mit oder ohne uniformierte Crew – dieses Manöver gelingt zum Entzücken des Publikums, dessen Volumen proportional zur Bootslänge ansteigt, nicht immer. Denn Portoferraio ist ein beliebtes Ziel und das Anlegen daher entsprechend kniffelig.

Wenn sich die Nacht samtig auf die Inselhauptstadt senkt, gehört die Calata Mazzini komplett den Schaulustigen. Sie bestaunen die bunt illuminierten Yachten und die auf den Schiffen mitgeführten Accessoires, die schon mal einen Hubschrauber umfassen können. Sie studieren die Flaggen entfernter Königreiche, von deren Existenz man bisher nicht einmal etwas ahnte. Und sie hoffen, einen Blick auf die mutmaßlich prominenten Passagiere der schwimmenden Villen zu erhaschen.

Die Tages- oder bessergesagt Abendzeit, zu der sich der Gehweg zum Laufsteg verwandelt, ist nicht meine Lieblingszeit am Hafen. Die Tage hingegen machen Lust auf mediterranes Leben. Ich genieße die Sonne, die Wärme und die heitere Gelassenheit. Für mich steht fest: ich will wiederkommen, das Lebensgefühl inhalieren und möglichst lange bleiben. Übrigens kümmerte sich bei unserer eingangs beschriebenen hektischen Ankunft am Fährhafen in  Piombino niemand um die in Deutschland getätigte Buchung. Dies ist Italien und wer am Pier steht, fährt. So einfach ist das. Deshalb zum Abschied ein ausdrückliches und wörtlich zu nehmendes „Auf Wiedersehen, Portoferraio“ .

  • Mediterranean place to go
  • Winter residence of Napoleon Bonaparte
  • Favorite harbor of superyacht owners

It’s a warm summer day when I arrive at the harbor of Portoferraio (Island of Elba, Italy) the first time of my life. After an awful night, rushing through the mountains of northern Italy while scared not to catch the in advance booked ferry, our first way leads us to a bar. What we need this morning is good cappuccino, sweet Danishes, and ciabatta bread with sun ripe tomatoes, mozzarella and arugula. That tastes so much like vacation – I just enjoy the flavor, the coffee and the sun!

       

Darsena, that’s how the people from Portoferraio call their harbor, becomes one of my favorite places to go. I love to stroll around, watch the harbor master on his tiny rubber boat guiding 80-feet-yachts settling at the pier. This is much more entertaining than to watch a movie. Even Napoleon Bonaparte knew the special flair of this place. The Emperor of the French chose the Villa Mulini on the top of the hill of Portoferraio as his winter residence when he was in exile on Elba.

Next to the edge of the water, the espresso is more expensive than anywhere else on Elba. But the place, the atmosphere, and the show are worth the money. Yacht owners from all over the world love to put anchor in Portoferraio. I guess they appreciate the audience watching them and their families day and night. Lonely bays may be nice, but it’s much more fun to put your boat with helicopter, golden cleats, and shiny railing in front of an astonished crowd, isn’t it?

During my two weeks of vacation, Portoferraio and its Darsena developed into one of my favorite Mediterranean places to be. This is the place I want to spend more time enjoying the Italian lifestyle, dolce vita and dolce far niente.  Portoferraio, I look forward to see you soon!

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